Aktuelles aus Karlstadt
17.
Januar 2017

Freie Wähler appellieren: Karlstadt braucht die Belegärzte

Wenn die Freien Wähler in Karlstadt am örtlichen Krankenhaus auch keine Chance für den Erhalt der Notaufnahme sehen, so fordern sie zumindest eine medizinische Grund- und Regelversorgung durch die jetzigen Belegärzte.

In einer gemeinsamen Sitzung haben die Stadtratsfraktion und der Vorstand der Freien Wähler (FW) über die Ausführungen von Klinikreferent Dr. Gregor Bett zur Zukunft des Klinikums Main-Spessart (Main-Post, 11. Februar: „Der Weg weist nach Lohr“) diskutiert. In einer Pressemitteilung fordern die FW, auch in Karlstadt in Zukunft eine attraktive medizinische Versorgung sicherzustellen.

Die Freien Wähler erklären in ihrer Stellungnahme: „Der Beschluss vom Dezember 2015, in den nächsten Jahren mit einem Neubau eines Zentralklinikums eine medizinische Versorgung der Landkreisbürger auf hohem Niveau sicherzustellen, ist sowohl aus medizinischer Sicht wie auch betriebswirtschaftlich sicher vernünftig oder wie unsere Kanzlerin sagen würde ,alternativlos‘, wenn wir auch in den nächsten Jahrzehnten eine angemessene Grund- und Regelversorgung für die Bürger des Landkreises sicherstellen wollen.

Das in den letzten Jahren kontinuierlich steigende Defizit, das für 2016 insgesamt etwa zehn Millionen Euro erreichen wird, hat sicherlich eine Vielzahl an Gründen, aber Fakt leider ist, dass von fünf Patienten, die bestens in unseren drei Klinikstandorten behandelt werden könnten, durchschnittlich drei den Landkreis verlassen und in die umliegenden Kliniken in Würzburg, Aschaffenburg, Wertheim oder Werneck/Schweinfurt gehen. Die Gründe hierfür sind sicher vielschichtig.“

Über die Kreisumlage würden die Kommunen des Landkreises entsprechend ihrer Leistungskraft am Defizit des Klinikums beteiligt, geben die FW zu bedenken – für Karlstadt bedeute das bei einem Defizit von zehn Millionen Euro anteilig eine zusätzliche Kreisumlage von etwa 900 000 Euro. Geld, das in andere, wichtige Projekte investiert werden könnte.

Schließung der Notaufnahme

Den FW ist klar: „Aufgrund steigender medizinischer Anforderungen und der neuen bundesgesetzlichen Vorgaben – unter anderem Intensivstation, Blutbank, Computertomographie (CT) sowie ein 24-Stunden-Labor – ist die Schließung der Notaufnahme leider unumgänglich. Um weiterhin eine optimale Versorgung für Karlstadt zu gewährleisten, fordern wir als Freie Wähler, dass jetzt zügig ein Konzept für die medizinische Nachnutzung am Standort Karlstadt erarbeitet wird. Hier genügt die vorgeschlagene lapidare Rückkehr zu einem reinen Belegkrankenhaus nicht, insbesondere, wenn weder die benötigte Sollstärke von drei Chirurgen noch eine angemessene Beteiligung des Landkreises an den Kosten für die Assistenten angeboten wird.“

Die Belegärzte, die in den vergangenen Jahren die Hauptlast der medizinischen Versorgung in Karlstadt getragen hätten, bräuchten vernünftige Zeitfenster und zuverlässige Zusagen für die nächsten sechs bis acht Jahre. Und Karlstadt brauche die bisherigen Belegärzte für die medizinische Grund- und Regelversorgung nach der Inbetriebnahme des neuen Zentralklinikums 2023 und um einen reibungslosen Übergang in ein MVZ zu gewährleisten.

„Dafür müssen jetzt verlässliche Rahmenbedingungen geschaffen und die Weichen richtig gestellt werden!“, fordern die FW.

Artikel aus der Main Post vom 17. Januar 2017
Bearbeitet von Kristian Lozina

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