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Freie Wähler besuchen jüdischen Bezirksfriedhof in Laudenbach

Georg Schnabel, ehrenamtlicher Führer und profunder Kenner jüdischen Lebens, begrüßte an der ehemaligen Synagoge in Laudenbach 22 interessierte Freie Wählerinnen und Wähler.

Die mit einer Gedenktafel versehene und nicht zugängliche Synagoge in schlechtem Bauzustand lasse dennoch Spuren früherer Aktivitäten jüdischer Bürger erkennen und erahnen, so Georg Schnabel.

Auf dem Weg zum Friedhof steht unterhalb ein Fachwerkhaus mit der früheren Mikwe, dem rituellen Reinigungsbad, das mit dem fließenden kalten Wasser des Laudenbachs gespeist wurde.

Bergwärts ansteigend passierten wir die ehemalige Mazze-Bäckerei, die früher jüdische Bürger im Umkreis mit Mazze, einem Fladenbrot, bestehend aus reinem Mehl und Wasser, versorgte. Eine originale Kostprobe dieses Gebäcks stieß nicht bei jedermann auf Begeisterung.

Beim Aufstieg zum jüdischen Friedhof auf dem Schlossberg wurde schnell nachvollziehbar, mit welchen Anstrengungen ein Sarg aus Laudenbach von vier männlichen ausgesuchten Personen zu Grabe getragen werden musste.

Der eingefriedete „Gute Ort“ von Laudenbach, im Hebräischen „Beth ha Chajim“ (Haus des Ewigen Lebens) genannt, wurde um 1600 für 14 jüdische Kultusgemein­den der umliegenden Ortschaften angelegt. Er ist der größte jüdische Friedhof in Unterfranken und birgt ca. 2400 Grabsteine, zu einem erfreulich großen Anteil gut erhalten, soweit sie älter und aus Buntsandstein gefertigt wurden, deutlich schlechter. Herr Schnabel erläuterte abschließend die jüdischen Beerdigungsrituale, die sich weitgehend von den christlichen Begräbnissen unterscheiden.

Die „Toleranz zwischen den Gräbern“ sollte die Zukunft sein, hob der Vorsitzende Manfred Lippert in seinen Dankesworten an Herrn Schnabel hervor.